CBD Öl Nebenwirkungen – was auftreten kann und wie häufig
- vor 2 Tagen
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Die am häufigsten dokumentierten Nebenwirkungen von CBD sind Müdigkeit, Durchfall und Veränderungen von Appetit oder Gewicht. Sie treten dosisabhängig auf, verlaufen in der Regel mild und klingen nach Absetzen oder Reduktion der Menge wieder ab.
Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Forschung zur Verträglichkeit von Cannabidiol zeigt, wie häufig einzelne Nebenwirkungen sind, in welchen Fällen Vorsicht geboten ist und was sich tun lässt, wenn etwas auftritt. Er beschreibt den Forschungsstand und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die häufigsten Nebenwirkungen im Überblick
Die folgende Übersicht stützt sich auf zwei grosse Übersichtsarbeiten, die zusammen mehrere hundert Einzelstudien ausgewertet haben. Die Häufigkeitsangaben stammen überwiegend aus klinischen Studien mit deutlich höheren Dosen, als sie im Alltag üblich sind.
Nebenwirkung | Häufigkeit | Wann sie auftritt | Was in der Regel hilft |
Müdigkeit | am häufigsten berichtet | vor allem zu Beginn und bei höheren Mengen | Einnahme auf den Abend verlegen, Menge reduzieren |
Durchfall, weicher Stuhl | häufig | meist bei oraler Einnahme, oft trägerölbedingt | kleinere Menge, zu einer Mahlzeit einnehmen |
Appetit- oder Gewichtsveränderung | häufig | bei längerer Anwendung | beobachten, Menge anpassen |
Mundtrockenheit | gelegentlich | kurz nach sublingualer Einnahme | trinken, Öl länger unter der Zunge halten |
Leichter Schwindel | gelegentlich | bei höheren Mengen, teils blutdruckbedingt | Menge reduzieren, langsam aufstehen |
Übelkeit | selten | auf nüchternen Magen | zu einer Mahlzeit einnehmen |
Hautreaktion | selten | bei äusserlicher Anwendung | absetzen, Inhaltsstoffe prüfen |
Veränderte Leberwerte | selten, dosisabhängig | bei sehr hohen Mengen oder Vorerkrankung | ärztlich abklären |
Wichtig zur Einordnung: «häufig» heisst hier, dass die Nebenwirkung in Studien regelmässig genannt wurde – nicht, dass sie bei den meisten Anwendern auftritt. Bei den im Alltag üblichen Mengen sind Nebenwirkungen die Ausnahme.
Was CBD nach aktueller Datenlage nicht beeinflusst
Genauso aufschlussreich wie die Liste der Nebenwirkungen ist die Liste dessen, was in den Übersichtsarbeiten ausdrücklich nicht verändert wurde. Diese Punkte werden selten genannt, sind für die Einordnung aber zentral.
Parameter | Befund in der Literatur |
Herzfrequenz | nicht verändert |
Blutdruck | in Ruhe nicht relevant verändert |
Körpertemperatur | nicht verändert |
Psychomotorische Funktion | nicht beeinträchtigt |
Psychische Funktion | nicht beeinträchtigt |
Magen-Darm-Passage | nicht verändert |
Abhängigkeitspotenzial | nach Einschätzung der WHO nicht vorhanden |
Ein weiterer Referenzpunkt: In Studien wurden tägliche Mengen von bis zu 1500 Milligramm über längere Zeiträume verabreicht und als gut verträglich beschrieben. Zur Einordnung – im Alltag bewegen sich übliche Mengen im Bereich von 10 bis 50 Milligramm pro Tag.
Warum die Dosis entscheidend ist
Fast alle beschriebenen Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Das ist die praktisch wichtigste Erkenntnis aus der Forschungslage: Wer niedrig beginnt und langsam steigert, begegnet den meisten Nebenwirkungen gar nicht erst.
Der Grundsatz lautet, mit einer kleinen Menge zu starten und erst nach mehreren Tagen zu erhöhen. Wie das konkret abläuft, steht im Guide zu CBD Dosierung und Einnahme. Was bei zu hoher Menge passiert, behandelt der Beitrag zu CBD Überdosierung und Sicherheit. Wie Prozentangaben in Milligramm umzurechnen sind, erklärt der Beitrag zur Bedeutung der Prozentzahl bei CBD.
Wann Vorsicht geboten ist
Es gibt Situationen, in denen CBD nicht ohne ärztliche Rücksprache angewendet werden sollte.
Situation | Grund | Empfehlung |
Schwangerschaft und Stillzeit | Es liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor | Anwendung nicht empfohlen |
Kinder und Jugendliche | Keine belastbaren Daten ausserhalb medizinischer Anwendung | Nur nach ärztlicher Anordnung |
Bestehende Lebererkrankung | CBD wird über die Leber verstoffwechselt | Vorab ärztlich abklären |
Regelmässige Medikamenteneinnahme | Interaktion über das Cytochrom-P450-System möglich | Vorab ärztlich abklären |
Vor dem Autofahren, erste Anwendung | Müdigkeit kann anfangs unerwartet auftreten | Erste Einnahme abends, nicht vor der Fahrt |
Geplante Operation | Mögliche Interaktion mit Narkosemitteln | Behandelndes Team informieren |
Zur Leber gibt es einen eigenen Beitrag über CBD und die Leber, zur Schwangerschaft den Beitrag CBD in der Schwangerschaft. Die Rechtslage beim Autofahren behandelt der Beitrag Darf man mit CBD Auto fahren.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Der praktisch relevanteste Punkt bei CBD ist nicht die Nebenwirkung selbst, sondern die Wechselwirkung. CBD hemmt bestimmte Leberenzyme, über die ein Grossteil aller Arzneimittel abgebaut wird. Dadurch kann der Wirkstoffspiegel eines Medikaments steigen oder sinken – der Effekt betrifft also das Medikament, nicht das CBD.
Besonders zu beachten ist das bei Blutverdünnern, Antiepileptika, Antidepressiva, Immunsuppressiva und sedierenden Mitteln. Bei letzteren kann sich Müdigkeit gegenseitig verstärken.
Die Zusammenhänge inklusive Substanzübersicht stehen im Beitrag zu CBD Wechselwirkungen mit Medikamenten. Zur Kombination mit Alkohol gibt es den Beitrag CBD und Alkohol kombinieren.
Nebenwirkungen nach Anwendungsform
Nicht jede Anwendungsform bringt dieselben Nebenwirkungen mit sich. Der Unterschied liegt darin, wie viel CBD überhaupt in den Blutkreislauf gelangt.
Form | Aufnahme | Typische Nebenwirkung | Wechselwirkungsrisiko |
Öl sublingual | mittel | Müdigkeit, Mundtrockenheit | relevant |
Kapseln | niedriger, verzögert | Verdauungsbeschwerden | relevant |
Blüten verdampfen | hoch, schnell | Reizung der Atemwege, Husten | relevant |
Vape | hoch, schnell | Reizung der Atemwege | relevant |
Kosmetik, Creme | sehr gering systemisch | lokale Hautreaktion | sehr gering |
Tinktur äusserlich | sehr gering systemisch | trockene Haut durch Alkohol | sehr gering |
Wer Nebenwirkungen vermeiden und trotzdem nicht auf die Anwendung verzichten möchte, weicht deshalb häufig auf CBD Kosmetik aus – dort gelangt kaum CBD in den Blutkreislauf.
Was tun, wenn Nebenwirkungen auftreten
Schritt | Was zu tun ist | Warum |
1 | Menge halbieren, nicht sofort absetzen | Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig |
2 | Einnahmezeitpunkt verlegen | Müdigkeit ist abends erwünscht statt störend |
3 | Zu einer Mahlzeit einnehmen | Reduziert Verdauungsbeschwerden deutlich |
4 | Drei bis fünf Tage beobachten | Viele Effekte verschwinden nach der Eingewöhnung |
5 | Bleibt es bestehen: absetzen und ärztlich abklären | Es könnte auch eine andere Ursache vorliegen |
Nicht jede Nebenwirkung kommt vom CBD
Ein Punkt, der selten angesprochen wird: Ein CBD Öl besteht nicht nur aus Cannabidiol. Was als Nebenwirkung wahrgenommen wird, geht in der Praxis oft auf andere Bestandteile zurück.
● Das Trägeröl. MCT-Öl auf Kokosbasis führt bei empfindlichen Menschen zu weichem Stuhl – das wird regelmässig dem CBD zugeschrieben.
● Aromen und Zusatzstoffe. Vor allem bei aromatisierten Ölen und Liquids.
● Rückstände aus dem Anbau. Pestizide oder Lösungsmittelreste, wenn keine Laboranalyse vorliegt.
● Unerwünschte Umwandlungsprodukte, die bei unsauberer Verarbeitung entstehen können.
Woran sich schwache Ware erkennen lässt, steht im Beitrag zu minderwertigen CBD Produkten. Zum Thema Umwandlungsprodukte gibt es den Beitrag über reine CBD Blüten ohne Trans-Cannabinoide. Welche Extraktform welche Begleitstoffe mitbringt, erklärt der Vergleich von Vollspektrum, Broad Spectrum und Isolat.
Wer THC vollständig ausschliessen möchte, findet das im Sortiment als Bio CBD Öl ohne THC. Wenn umgekehrt gar nichts spürbar ist, lohnt sich der Beitrag Warum wirkt CBD bei mir nicht.
Was die Studienlage zeigt
Arbeit | Umfang | Kernaussage | Einschränkung |
Bergamaschi et al. 2011 | Übersicht über 132 Arbeiten | CBD gut verträglich, auch in hohen Mengen über längere Zeit | überwiegend ältere Studien |
Iffland & Grotenhermen 2017 | Aktualisierung mit Fokus auf klinische Studien | Häufigste Effekte: Müdigkeit, Durchfall, Appetitveränderung | meist Epilepsie- und Psychose-Studien mit hohen Dosen |
Huestis et al. 2019 | Übersicht zu unerwünschten Wirkungen | Wechselwirkungen sind das grössere Thema als direkte Nebenwirkungen | Übersichtsarbeit, keine eigenen Daten |
WHO ECDD 2018 | Bewertungsbericht | Kein Abhängigkeitspotenzial, günstiges Sicherheitsprofil | Stand 2018 |
Was sich daraus ableiten lässt und was nicht:
● Die Verträglichkeit ist gut untersucht – besser als bei den meisten pflanzlichen Produkten.
● Die Datenlage stammt überwiegend aus Studien mit sehr hohen Dosen. Für den Alltagsgebrauch ist sie damit eher konservativ.
● Langzeitdaten über mehrere Jahre fehlen weitgehend.
● Gut verträglich heisst nicht wirkungslos und auch nicht risikofrei – die Wechselwirkungen bleiben der kritische Punkt.
Rechtlicher Rahmen in der Schweiz
CBD Produkte sind in der Schweiz legal erhältlich, solange der THC-Gehalt unter einem Prozent liegt. Sie sind keine Arzneimittel, sind nicht als solche zugelassen und dürfen auch nicht so beworben werden.
Den vollständigen Rahmen fasst der Beitrag CBD legal in der Schweiz zusammen. Wie CBD im Körper überhaupt ansetzt, erklärt der Beitrag zum Endocannabinoid-System.
Dieser Artikel dient der Information über den Forschungsstand. Er stellt keine medizinische Empfehlung dar und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden nach der Einnahme ist ärztliche Abklärung der richtige Weg.
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat CBD Öl?
Am häufigsten dokumentiert sind Müdigkeit, Durchfall und Veränderungen von Appetit oder Gewicht. Seltener treten Mundtrockenheit, leichter Schwindel oder Übelkeit auf. Die meisten Effekte sind dosisabhängig und mild.
Ist CBD schädlich?
Nach derzeitigem Forschungsstand gilt CBD als gut verträglich. Auch hohe Mengen über längere Zeiträume wurden in Studien ohne schwere Nebenwirkungen vertragen. Der kritische Punkt sind nicht die direkten Nebenwirkungen, sondern Wechselwirkungen mit Medikamenten.
Macht CBD müde?
Müdigkeit ist die am häufigsten berichtete Nebenwirkung, tritt aber vor allem zu Beginn und bei höheren Mengen auf. Viele Anwender verlegen die Einnahme deshalb auf den Abend.
Schadet CBD den Nieren?
Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass CBD die Nieren schädigt. CBD wird überwiegend über die Leber verstoffwechselt. Bei bestehender Nierenerkrankung ist eine ärztliche Rücksprache trotzdem sinnvoll.
Wie lange halten Nebenwirkungen an?
In der Regel klingen sie innerhalb weniger Stunden ab und verschwinden nach einigen Tagen Eingewöhnung ganz. Halten sie länger als eine Woche an, sollte die Anwendung pausiert und die Ursache abgeklärt werden.
Kann man von CBD abhängig werden?
Nein. Die Weltgesundheitsorganisation kam in ihrer Bewertung zum Schluss, dass Cannabidiol kein Abhängigkeitspotenzial aufweist.
Quellen
Bergamaschi M.M. et al. (2011): Safety and Side Effects of Cannabidiol, a Cannabis sativa Constituent. Current Drug Safety 6(4):237–249. DOI 10.2174/157488611798280924
Iffland K., Grotenhermen F. (2017): An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol – A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. Cannabis and Cannabinoid Research 2(1):139–154. DOI 10.1089/can.2016.0034
Huestis M.A. et al. (2019): Cannabidiol Adverse Effects and Toxicity. Current Neuropharmacology 17(10):974–989. DOI 10.2174/1570159X17666190603171901
Brown J.D., Winterstein A.G. (2019): Potential Adverse Drug Events and Drug–Drug Interactions with Medical and Consumer Cannabidiol Use. Journal of Clinical Medicine 8(7):989. DOI 10.3390/jcm8070989
World Health Organization, Expert Committee on Drug Dependence (2018): Cannabidiol – Critical Review Report.
CBD Öl Nebenwirkungen
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