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CBD Öl Nebenwirkungen – was auftreten kann und wie häufig

  • vor 2 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit
CBD Öl Nebenwirkungen

Die am häufigsten dokumentierten Nebenwirkungen von CBD sind Müdigkeit, Durchfall und Veränderungen von Appetit oder Gewicht. Sie treten dosisabhängig auf, verlaufen in der Regel mild und klingen nach Absetzen oder Reduktion der Menge wieder ab.

 

Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Forschung zur Verträglichkeit von Cannabidiol zeigt, wie häufig einzelne Nebenwirkungen sind, in welchen Fällen Vorsicht geboten ist und was sich tun lässt, wenn etwas auftritt. Er beschreibt den Forschungsstand und ersetzt keine ärztliche Beratung.

 

Die häufigsten Nebenwirkungen im Überblick

 

Die folgende Übersicht stützt sich auf zwei grosse Übersichtsarbeiten, die zusammen mehrere hundert Einzelstudien ausgewertet haben. Die Häufigkeitsangaben stammen überwiegend aus klinischen Studien mit deutlich höheren Dosen, als sie im Alltag üblich sind.

 

Nebenwirkung

Häufigkeit

Wann sie auftritt

Was in der Regel hilft

Müdigkeit

am häufigsten berichtet

vor allem zu Beginn und bei höheren Mengen

Einnahme auf den Abend verlegen, Menge reduzieren

Durchfall, weicher Stuhl

häufig

meist bei oraler Einnahme, oft trägerölbedingt

kleinere Menge, zu einer Mahlzeit einnehmen

Appetit- oder Gewichtsveränderung

häufig

bei längerer Anwendung

beobachten, Menge anpassen

Mundtrockenheit

gelegentlich

kurz nach sublingualer Einnahme

trinken, Öl länger unter der Zunge halten

Leichter Schwindel

gelegentlich

bei höheren Mengen, teils blutdruckbedingt

Menge reduzieren, langsam aufstehen

Übelkeit

selten

auf nüchternen Magen

zu einer Mahlzeit einnehmen

Hautreaktion

selten

bei äusserlicher Anwendung

absetzen, Inhaltsstoffe prüfen

Veränderte Leberwerte

selten, dosisabhängig

bei sehr hohen Mengen oder Vorerkrankung

ärztlich abklären

 

Wichtig zur Einordnung: «häufig» heisst hier, dass die Nebenwirkung in Studien regelmässig genannt wurde – nicht, dass sie bei den meisten Anwendern auftritt. Bei den im Alltag üblichen Mengen sind Nebenwirkungen die Ausnahme.

 

Was CBD nach aktueller Datenlage nicht beeinflusst

 

Genauso aufschlussreich wie die Liste der Nebenwirkungen ist die Liste dessen, was in den Übersichtsarbeiten ausdrücklich nicht verändert wurde. Diese Punkte werden selten genannt, sind für die Einordnung aber zentral.

 

Parameter

Befund in der Literatur

Herzfrequenz

nicht verändert

Blutdruck

in Ruhe nicht relevant verändert

Körpertemperatur

nicht verändert

Psychomotorische Funktion

nicht beeinträchtigt

Psychische Funktion

nicht beeinträchtigt

Magen-Darm-Passage

nicht verändert

Abhängigkeitspotenzial

nach Einschätzung der WHO nicht vorhanden

 

Ein weiterer Referenzpunkt: In Studien wurden tägliche Mengen von bis zu 1500 Milligramm über längere Zeiträume verabreicht und als gut verträglich beschrieben. Zur Einordnung – im Alltag bewegen sich übliche Mengen im Bereich von 10 bis 50 Milligramm pro Tag.

 

Warum die Dosis entscheidend ist

 

Fast alle beschriebenen Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Das ist die praktisch wichtigste Erkenntnis aus der Forschungslage: Wer niedrig beginnt und langsam steigert, begegnet den meisten Nebenwirkungen gar nicht erst.

 

Der Grundsatz lautet, mit einer kleinen Menge zu starten und erst nach mehreren Tagen zu erhöhen. Wie das konkret abläuft, steht im Guide zu CBD Dosierung und Einnahme. Was bei zu hoher Menge passiert, behandelt der Beitrag zu CBD Überdosierung und Sicherheit. Wie Prozentangaben in Milligramm umzurechnen sind, erklärt der Beitrag zur Bedeutung der Prozentzahl bei CBD.

 

Wann Vorsicht geboten ist

 

Es gibt Situationen, in denen CBD nicht ohne ärztliche Rücksprache angewendet werden sollte.

 

Situation

Grund

Empfehlung

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor

Anwendung nicht empfohlen

Kinder und Jugendliche

Keine belastbaren Daten ausserhalb medizinischer Anwendung

Nur nach ärztlicher Anordnung

Bestehende Lebererkrankung

CBD wird über die Leber verstoffwechselt

Vorab ärztlich abklären

Regelmässige Medikamenteneinnahme

Interaktion über das Cytochrom-P450-System möglich

Vorab ärztlich abklären

Vor dem Autofahren, erste Anwendung

Müdigkeit kann anfangs unerwartet auftreten

Erste Einnahme abends, nicht vor der Fahrt

Geplante Operation

Mögliche Interaktion mit Narkosemitteln

Behandelndes Team informieren

 

Zur Leber gibt es einen eigenen Beitrag über CBD und die Leber, zur Schwangerschaft den Beitrag CBD in der Schwangerschaft. Die Rechtslage beim Autofahren behandelt der Beitrag Darf man mit CBD Auto fahren.

 

Wechselwirkungen mit Medikamenten

 

Der praktisch relevanteste Punkt bei CBD ist nicht die Nebenwirkung selbst, sondern die Wechselwirkung. CBD hemmt bestimmte Leberenzyme, über die ein Grossteil aller Arzneimittel abgebaut wird. Dadurch kann der Wirkstoffspiegel eines Medikaments steigen oder sinken – der Effekt betrifft also das Medikament, nicht das CBD.

 

Besonders zu beachten ist das bei Blutverdünnern, Antiepileptika, Antidepressiva, Immunsuppressiva und sedierenden Mitteln. Bei letzteren kann sich Müdigkeit gegenseitig verstärken.

 

Die Zusammenhänge inklusive Substanzübersicht stehen im Beitrag zu CBD Wechselwirkungen mit Medikamenten. Zur Kombination mit Alkohol gibt es den Beitrag CBD und Alkohol kombinieren.

 

Nebenwirkungen nach Anwendungsform

 

Nicht jede Anwendungsform bringt dieselben Nebenwirkungen mit sich. Der Unterschied liegt darin, wie viel CBD überhaupt in den Blutkreislauf gelangt.

 

Form

Aufnahme

Typische Nebenwirkung

Wechselwirkungsrisiko

Öl sublingual

mittel

Müdigkeit, Mundtrockenheit

relevant

Kapseln

niedriger, verzögert

Verdauungsbeschwerden

relevant

Blüten verdampfen

hoch, schnell

Reizung der Atemwege, Husten

relevant

Vape

hoch, schnell

Reizung der Atemwege

relevant

Kosmetik, Creme

sehr gering systemisch

lokale Hautreaktion

sehr gering

Tinktur äusserlich

sehr gering systemisch

trockene Haut durch Alkohol

sehr gering

 

Wer Nebenwirkungen vermeiden und trotzdem nicht auf die Anwendung verzichten möchte, weicht deshalb häufig auf CBD Kosmetik aus – dort gelangt kaum CBD in den Blutkreislauf.

 

Was tun, wenn Nebenwirkungen auftreten

 

Schritt

Was zu tun ist

Warum

1

Menge halbieren, nicht sofort absetzen

Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig

2

Einnahmezeitpunkt verlegen

Müdigkeit ist abends erwünscht statt störend

3

Zu einer Mahlzeit einnehmen

Reduziert Verdauungsbeschwerden deutlich

4

Drei bis fünf Tage beobachten

Viele Effekte verschwinden nach der Eingewöhnung

5

Bleibt es bestehen: absetzen und ärztlich abklären

Es könnte auch eine andere Ursache vorliegen

 

Nicht jede Nebenwirkung kommt vom CBD

 

Ein Punkt, der selten angesprochen wird: Ein CBD Öl besteht nicht nur aus Cannabidiol. Was als Nebenwirkung wahrgenommen wird, geht in der Praxis oft auf andere Bestandteile zurück.

 

●        Das Trägeröl. MCT-Öl auf Kokosbasis führt bei empfindlichen Menschen zu weichem Stuhl – das wird regelmässig dem CBD zugeschrieben.

●        Aromen und Zusatzstoffe. Vor allem bei aromatisierten Ölen und Liquids.

●        Rückstände aus dem Anbau. Pestizide oder Lösungsmittelreste, wenn keine Laboranalyse vorliegt.

●        Unerwünschte Umwandlungsprodukte, die bei unsauberer Verarbeitung entstehen können.

 

Woran sich schwache Ware erkennen lässt, steht im Beitrag zu minderwertigen CBD Produkten. Zum Thema Umwandlungsprodukte gibt es den Beitrag über reine CBD Blüten ohne Trans-Cannabinoide. Welche Extraktform welche Begleitstoffe mitbringt, erklärt der Vergleich von Vollspektrum, Broad Spectrum und Isolat.

 

Wer THC vollständig ausschliessen möchte, findet das im Sortiment als Bio CBD Öl ohne THC. Wenn umgekehrt gar nichts spürbar ist, lohnt sich der Beitrag Warum wirkt CBD bei mir nicht.

 

Was die Studienlage zeigt

 

Arbeit

Umfang

Kernaussage

Einschränkung

Bergamaschi et al. 2011

Übersicht über 132 Arbeiten

CBD gut verträglich, auch in hohen Mengen über längere Zeit

überwiegend ältere Studien

Iffland & Grotenhermen 2017

Aktualisierung mit Fokus auf klinische Studien

Häufigste Effekte: Müdigkeit, Durchfall, Appetitveränderung

meist Epilepsie- und Psychose-Studien mit hohen Dosen

Huestis et al. 2019

Übersicht zu unerwünschten Wirkungen

Wechselwirkungen sind das grössere Thema als direkte Nebenwirkungen

Übersichtsarbeit, keine eigenen Daten

WHO ECDD 2018

Bewertungsbericht

Kein Abhängigkeitspotenzial, günstiges Sicherheitsprofil

Stand 2018

 

Was sich daraus ableiten lässt und was nicht:

 

●        Die Verträglichkeit ist gut untersucht – besser als bei den meisten pflanzlichen Produkten.

●        Die Datenlage stammt überwiegend aus Studien mit sehr hohen Dosen. Für den Alltagsgebrauch ist sie damit eher konservativ.

●        Langzeitdaten über mehrere Jahre fehlen weitgehend.

●        Gut verträglich heisst nicht wirkungslos und auch nicht risikofrei – die Wechselwirkungen bleiben der kritische Punkt.

 

Rechtlicher Rahmen in der Schweiz

 

CBD Produkte sind in der Schweiz legal erhältlich, solange der THC-Gehalt unter einem Prozent liegt. Sie sind keine Arzneimittel, sind nicht als solche zugelassen und dürfen auch nicht so beworben werden.

Den vollständigen Rahmen fasst der Beitrag CBD legal in der Schweiz zusammen. Wie CBD im Körper überhaupt ansetzt, erklärt der Beitrag zum Endocannabinoid-System.

Dieser Artikel dient der Information über den Forschungsstand. Er stellt keine medizinische Empfehlung dar und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden nach der Einnahme ist ärztliche Abklärung der richtige Weg.

 

Häufige Fragen

 

Welche Nebenwirkungen hat CBD Öl?

Am häufigsten dokumentiert sind Müdigkeit, Durchfall und Veränderungen von Appetit oder Gewicht. Seltener treten Mundtrockenheit, leichter Schwindel oder Übelkeit auf. Die meisten Effekte sind dosisabhängig und mild.

 

Ist CBD schädlich?

Nach derzeitigem Forschungsstand gilt CBD als gut verträglich. Auch hohe Mengen über längere Zeiträume wurden in Studien ohne schwere Nebenwirkungen vertragen. Der kritische Punkt sind nicht die direkten Nebenwirkungen, sondern Wechselwirkungen mit Medikamenten.

 

Macht CBD müde?

Müdigkeit ist die am häufigsten berichtete Nebenwirkung, tritt aber vor allem zu Beginn und bei höheren Mengen auf. Viele Anwender verlegen die Einnahme deshalb auf den Abend.

 

Schadet CBD den Nieren?

Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass CBD die Nieren schädigt. CBD wird überwiegend über die Leber verstoffwechselt. Bei bestehender Nierenerkrankung ist eine ärztliche Rücksprache trotzdem sinnvoll.

 

Wie lange halten Nebenwirkungen an?

In der Regel klingen sie innerhalb weniger Stunden ab und verschwinden nach einigen Tagen Eingewöhnung ganz. Halten sie länger als eine Woche an, sollte die Anwendung pausiert und die Ursache abgeklärt werden.

 

Kann man von CBD abhängig werden?

Nein. Die Weltgesundheitsorganisation kam in ihrer Bewertung zum Schluss, dass Cannabidiol kein Abhängigkeitspotenzial aufweist.

 

Quellen

 

Bergamaschi M.M. et al. (2011): Safety and Side Effects of Cannabidiol, a Cannabis sativa Constituent. Current Drug Safety 6(4):237–249. DOI 10.2174/157488611798280924

Iffland K., Grotenhermen F. (2017): An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol – A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. Cannabis and Cannabinoid Research 2(1):139–154. DOI 10.1089/can.2016.0034

Huestis M.A. et al. (2019): Cannabidiol Adverse Effects and Toxicity. Current Neuropharmacology 17(10):974–989. DOI 10.2174/1570159X17666190603171901

Brown J.D., Winterstein A.G. (2019): Potential Adverse Drug Events and Drug–Drug Interactions with Medical and Consumer Cannabidiol Use. Journal of Clinical Medicine 8(7):989. DOI 10.3390/jcm8070989

World Health Organization, Expert Committee on Drug Dependence (2018): Cannabidiol – Critical Review Report.

 

CBD Öl Nebenwirkungen

Unser Sortiment an Bio CBD Ölen findest du unter CBD Öl, den Gesamtüberblick im CBD Shop. Beraten lassen kannst du dich in unserem CBD Laden in Zürich-Wipkingen.


 

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