Recht & Sicherheit
CBD und Autofahren in der Schweiz: THC-Grenzwerte
Was im Strassenverkehr gilt, welcher THC-Wert massgebend ist, was bei einer Kontrolle passiert – und warum wir vom Fahren nach der Einnahme abraten.
Aktualisiert am 2026-09-20
Hanf mit weniger als 1.0 % THC fällt in der Schweiz nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Verboten ist nicht der Konsum, sondern das Fahren in fahrunfähigem Zustand.
Weil auch legale CBD-Produkte geringe Mengen THC enthalten können, empfehlen wir, nach der Einnahme kein Fahrzeug zu führen. Dieser Beitrag erklärt, welche Werte gelten und worauf Sie achten sollten.
Die gesetzliche Lage in der Schweiz
In der Schweiz fällt Hanf mit weniger als 1.0 % THC nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Ob ein einzelnes Produkt verkauft werden darf, hängt zusätzlich von seiner Produktkategorie ab.
- CBD (Cannabidiol) ist nicht psychoaktiv, es macht also nicht «high».
- THC (Tetrahydrocannabinol) ist psychoaktiv und kann die Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
- Ein Produkt mit zu hohem THC-Gehalt kann zu Problemen führen – auch wenn Sie sich völlig nüchtern fühlen.
Was wir zur Wirkung sagen – und was nicht
Zur Wirkung von Cannabidiol machen wir bewusst keine Angaben: Gesundheitsbezogene Aussagen sind für CBD-Produkte nicht zulässig.
CBD wirkt nicht berauschend. Was die Einnahme im Einzelfall bewirkt, sagen wir nicht – und kein Grenzwert sagt etwas darüber, ob jemand fahrtüchtig ist. Wer sich nicht fahrtüchtig fühlt, fährt nicht.
Wenn Sie Cannabidiol zum ersten Mal einnehmen, tun Sie das nicht unterwegs.
Polizeikontrolle und Drogentest
Die Polizei testet bei Verdacht nicht auf Cannabidiol, sondern auf THC beziehungsweise dessen Abbauprodukte.
Bei Vollspektrum-Produkten kann es vorkommen, dass winzige THC-Mengen im Blut nachweisbar sind, obwohl der Konsum legal war.
Überschreitet der THC-Wert im Blut 1.5 µg/L, gilt man als fahrunfähig. Es drohen ein Fahrausweisentzug und eine Anzeige.
Welche Produktarten es gibt
Nicht jedes CBD-Produkt verhält sich gleich – beim Thema Autofahren ist der Unterschied entscheidend.
- Vollspektrum: enthält alle Cannabinoide der Pflanze, einschliesslich THC unter 1.0 %. Geringe THC-Spuren können im Test erscheinen.
- Breitspektrum: enthält viele Cannabinoide; THC ist nach Herstellerangabe entfernt.
- Isolat: besteht nach Herstellerangabe ausschliesslich aus Cannabidiol.
Wann Sie besser nicht fahren
Auch wenn CBD legal ist, gibt es Situationen, in denen besondere Vorsicht angebracht ist.
- bei hoher Dosierung
- wenn Sie neue Medikamente einnehmen oder eine Wechselwirkung vermuten
- bei starker Müdigkeit oder Erschöpfung
Grundregel: Wenn Sie sich schläfrig, benommen oder unsicher fühlen, warten Sie, bevor Sie fahren.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Seriöse Hersteller legen ihre Laboranalysen offen. Diese sollten belegen, dass:
- der THC-Gehalt unter 1.0 % liegt
- keine synthetischen Zusätze oder Trans-Cannabinoide enthalten sind
- die Produkte schadstofffrei hergestellt wurden
Unterschied Schweiz und EU
In der Schweiz greift das Betäubungsmittelgesetz ab 1.0 % THC. In der Europäischen Union gilt für den Anbau von Nutzhanf seit 2023 ein Wert von 0.3 % – zuvor waren es 0.2 %.
Für fertige CBD-Produkte gibt es in der EU dagegen keinen einheitlichen Grenzwert: Was erlaubt ist, regelt jeder Mitgliedstaat selbst, teils deutlich strenger als die Schweiz.
Wenn Sie mit CBD-Produkten ins Ausland reisen oder dort fahren, prüfen Sie vorher, ob Ihr Produkt den Vorschriften des Ziellandes entspricht.
Fazit
Hanf unter 1.0 % THC gilt nicht als psychotrop wirksam und fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Wer fährt, muss fahrfähig sein – massgebend ist der THC-Wert im Blut, nicht das Produkt in der Tasche.
Weil auch legale Produkte THC-Spuren enthalten können und diese bei regelmässigem Konsum länger nachweisbar bleiben, empfehlen wir, nach der Einnahme von CBD kein Fahrzeug zu führen.
Häufige Fragen
- Wird CBD beim Drogentest nachgewiesen?
- Nein. Drogentests prüfen auf THC, nicht auf Cannabidiol. Bei Vollspektrum-Produkten kann aber eine kleine Menge THC im Blut erscheinen.
- Kann CBD meine Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen?
- Cannabidiol wirkt nicht berauschend. Zur Wirkung im Einzelfall machen wir keine Angaben; wer sich nicht fahrtüchtig fühlt, fährt nicht.
- Was passiert, wenn ich ein Produkt mit 0.8 % THC nehme?
- Hanf mit diesem Gehalt fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Trotzdem können minimale THC-Spuren im Blut nachweisbar sein.
- Bei welchen Produkten ist THC nach Herstellerangabe entfernt?
- Breitspektrum- und Isolat-Produkte, bei denen THC nach Herstellerangabe entfernt ist. Eine Zusicherung, dass nach dem Konsum nichts im Blut nachweisbar ist, liegt darin nicht – massgebend ist die Analyse der jeweiligen Charge.
- Darf ich mit CBD-Produkten ins Ausland reisen?
- Nur, wenn das Produkt den Vorschriften des Ziellandes entspricht. Einen einheitlichen EU-Grenzwert für fertige CBD-Produkte gibt es nicht; die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land.
